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Die Gottesdienste sind wieder öffentlich im Rahmen der Schutzmassnahmen

Live-Gottesdienste sind weiterhin auf Radio Gloria, oben die Seite Gottesdienst-Plan anklicken.


Herzlich Willkommen  

 
 

Dekoration: Martina Niederberger

Liebe Besucherin, lieber Besucher unserer Pfarrei Homepage

Wir durften Ostern feiern. Jedoch nicht so, wie wir es gewohnt sind. Die vergangenen Wochen, und noch immer, heisst das Thema Corona Virus. Unsere Hauptsorge gielt dem «materiellen» Hunger. Wie steht es mit der geistigen Nahrung?

In den vergangenen Tagen lass ich wieder in einem Buch, dass mich schon damals provozierte. Es heisst: «Gott ist nicht gut und nicht gerecht». In den vergangenen Wochen hörte ich vielmals den Satz, sei es in seelsorgerischen wie in Beichtgesprächen: «Die Corona Pandemie sei eine Strafe Gottes». In den Medien stellten Theologen oder Redakteure ebenso die Gottesfrage, ja sogar Briefe an den lieben Gott wurden geschrieben. Bei allem Respekt und Sorge, frage ich mich schlussendlich, was für ein Gottesbild haben wir? Die einen sehen darin den strafenden Gott, die anderen nur den liebenden Gott. Ich habe mit beiden Sichtweisen meine Mühe. Und genau darauf zielt der Autor, Andreas Benk, ab. Er erinnert daran, dass alles, was wir über Gott sagen, menschlich ist. Alle Bilder, die wir für Gott verwenden, haben wir aus unserer eigenen Vorstellungswelt. Wir projezieren unsere Vorstellung, wie Gott zu sein soll, nach unseren Wünschen und Vorstellungen. Dies ist sehr gefährlich. Wir sind Menschen – doch, und darauf weist Andreas Benk immer wieder hin – Gott ist Gott. Damit ist und bleibt er immer zumindest teilweise verborgen, ganz anders, unfassbar und unbegreiflich. Er ist der ganz Andere. So anders, dass wir an die Grenzen unserer Vorstellungskraft stossen. Und da stossen wir wieder auf ein Thema, worüber wir sonst gerne in unserer Praxis schweigen, nach der Theodizee Frage. D. h. Die Frage, wie ein Gott oder Christus das Leiden unter der Voraussetzung zulassen kann, dass er doch die Omnipotenz «Allmacht» und den Willen «Güte» besitzt, das Leiden zu verhindern.

Wir brauchen Gott nicht zu bevormunden. Ich muss Gott nicht vorschreiben, wie er zu handeln hat. Aber vielmehr laden solche Krisen ein, welche Gott schlussendlich zulässt, nach zu denken, ob unser Handeln dem Gerecht wird, was er von uns verlangt. Ob wir uns sogar selbst an die Stelle Gottes begeben?

Es tut gut, auf dem Glaubensweg, den wir miteinander gehen, dass wir uns doch immer wieder vor dieser Frage gestellt werden, welches Gottesbild wir schlussendlich haben. Corona hat viele Vorstellungen davon, was sein kann und was nicht, gründlich durcheinander-gewirbelt. Noch vor ein paar Wochen hielten wir den Zustand, an den wir uns allmählich fast gewöhnt haben, für unvorstellbar.

Ich will damit nicht diesem derzeitigen, nicht erstrebenswerten Zustand unbedingt einen Sinn abringen. Trotzdem finde ich es in nachösterlicher Zeit sehr passend, über all das nachzudenken, was wir für «unmöglich» halten. Für Gott ist nichts unmöglich, heisst es. Machen wir ihn also nicht kleiner und packen wir ihn nicht in ein paar wenige Bilder, sondern geben wir der Fülle an Gottesvorstellungen Platz – dann tut sich viel Raum auf, zum Staunen und Weitersuchen. Übrigens, wie hiess es in der Lesung der Karfreitagsliturgie: «Wir haben ja nicht einen Hohenpriester, der nicht mitfühlen könnte mit unserer Schwäche…» (Hebr. 4,14ff.).

Ich wünsche Ihnen und uns allen weiterhin eine österliche Freude, die aufbricht, die das Wagnis und vor allem die Hoffnung lebt.

Pfr. Daniel M. Bühlmannn

 



Die Kirchgemeinde Obbürgen erstreckt sich über den Bereich der Postleitzahl
6363 Obbürgen, Fürigen und Bürgenstock.

Foto: Pfarrer Franz Bircher